PLAN-B

Heizen

Was ohne Strom funktioniert, was im Innenraum sicher ist und die Warnung, die nur zwei von drei Ländern überhaupt drucken.

Ihre Öl- oder Gasheizung steht still, sobald der Strom ausfällt. Brenner, Pumpe und Regelung laufen sämtlich mit Netzstrom. Wie viel im Tank ist, spielt keine Rolle. Diese eine Tatsache überrascht mehr Haushalte als alles andere in der Vorsorge — und sie ist der Grund, warum Heizen in jeden Plan gehört, der sich bereits mit Strom befasst.

Es ist zugleich der Bereich mit dem größten Abstand zwischen den drei Ländern. Deutschland und Österreich veröffentlichen beide Hinweise zu Ersatzheizungen und beide ausdrückliche Warnungen vor Kohlenmonoxid. Die Schweiz veröffentlicht weder noch — für Haushalte weder Hinweise zum Heizen noch eine CO-Warnung. Wir haben das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und den öffentlichen Alarmdienst geprüft. Werten Sie dieses Schweigen als Lücke in der Empfehlung, nicht als Freigabe.

Kohlenmonoxid, vor allem anderen

Jede Ersatzheizung verbrennt etwas, und Verbrennung in geschlossenen Räumen mit zu wenig Sauerstoff erzeugt Kohlenmonoxid. Die österreichische Beschreibung ist die, die man sich merken sollte, weil sie erklärt, warum Menschen sich nicht selbst retten:

Kohlenmonoxid ist ein gefährliches Atemgift, das man nicht sehen, nicht riechen und nicht schmecken kann. Betroffene bemerken in der Regel nicht, dass sie es einatmen, weil die typischen Warnzeichen — Husten, Atemnot — ausbleiben.

Österreich bezieht diese Warnung auf Kochgeräte, Aggregate und Heizgeräte gleichermaßen, was die breiteste und brauchbarste Fassung der drei ist. Die deutsche Variante ist verfahrensorientierter: nur Geräte verwenden, die für Innenräume zugelassen sind, denn bei zu wenig Sauerstoff in der Atemluft entsteht bei der Verbrennung Kohlenmonoxid, und eine Kohlenmonoxidvergiftung ist lebensgefährlich. Danach folgt die wichtigste Anweisung — geprüfte und zugelassene Kohlenmonoxid-Melder installieren.

Ein CO-Melder kostet 25 bis 50 €. Wer vorhat, irgendein Verbrennungsgerät im Innenraum zu betreiben, hat damit kein optionales Zubehör vor sich, sondern die Bedingung dafür, es überhaupt zu tun. Rauchwarnmelder sind ein eigenes Gerät; Deutschland empfiehlt einen in jedem Raum, in dem offenes Feuer oder eine Gasheizquelle zum Einsatz kommt.

Was Deutschland im Innenraum tatsächlich erlaubt

Deutschland ist das freizügigste der drei Länder, und die Einschränkung im entscheidenden Satz trägt die ganze Last. Die Empfehlung lautet, dass Gasheizer, Ethanolkamine und Petroleumöfen, die für den Innenraum zugelassen sind, ohne Strom funktionieren und in Innenräumen sicher genutzt werden können.

Lesen Sie das wörtlich. „Für den Innenraum zugelassen" ist eine Produktkategorie und keine Einschätzung, die Sie über ein Gerät treffen, das Sie bereits besitzen. Ein Terrassenstrahler, ein Bauheizgebläse und ein Campingheizer gehören nicht dazu. Wer einen Gasheizer für den Innenraum kauft, achtet laut deutscher Empfehlung auf zwei Merkmale: eine Sauerstoffmangelsicherung und eine Zündsicherung.

Österreich nennt dieselben Möglichkeiten — Petroleum- und Flüssiggasheizer, Kachelöfen, Kamine — und ergänzt den praktischen Hinweis, den man beim Kauf leicht übergeht: Belüftung und Abzug schon bei der Anschaffung mitdenken, nicht hinterher. Die Landesverbände fügen hinzu, dass solche Geräte ständige Beaufsichtigung brauchen.

Brennstoff, und wo er liegen darf

Wer einen Holz- oder Kohleofen hat, soll laut deutscher Empfehlung schlicht Brennstoff dafür bevorraten — und jede Ersatzheizquelle vorher fachlich beurteilen lassen.

Für flüssige und gasförmige Brennstoffe gelten dieselben deutschen Grenzen wie bei Aggregaten: rund 10 kg Benzin oder 20 kg Diesel in geeigneten Kanistern im Keller, und Gas darf im Keller gar nicht gelagert werden. Petroleum und Gasflaschen gehören in einen belüfteten Raum auf Bodenniveau oder ins Freie, niemals unter die Erde.

Wärme halten, ohne etwas zu verbrennen

Die günstigsten Maßnahmen kommen ohne Gerät und ohne Risiko aus, und für einen kurzen Ausfall reichen sie meist.

Wählen Sie einen Raum und schließen Sie die Türen dorthin. Deutschland wird hier konkret: Fenster und Türen geschlossen halten, damit die Wärme nicht entweicht, aber trotzdem richtig lüften — Fenster für wenige Minuten ganz weit öffnen statt stundenlang kippen. Dieses Stoßlüften tauscht die Luft, ohne die Wände auszukühlen, und es wird umso wichtiger, sobald im Raum etwas brennt.

Dann Kleidung, Decken und Schlafsäcke. Deutschland wie Österreich führen diese für kurze Unterbrechungen an erster Stelle, und ein Vierjahreszeiten-Schlafsack mit Komfortbereich um 0 °C ist der unterschätzteste Gegenstand der Haushaltsvorsorge: Er kostet 60 bis 120 €, löst das Nachtproblem vollständig und kann nicht ausfallen.

Was es kostet

PostenUngefähre Kosten
Kohlenmonoxid-Melder (zwingend, wenn im Innenraum etwas brennt)25–50 €
Schlafsack bis 0 °C, pro Person60–120 €
Für Innenräume zugelassener Gasheizer mit Sauerstoffmangelsicherung120–300 €
Petroleumofen samt Brennstoff150–400 €
Stromversorgung für die Heizungspumpe (siehe Ratgeber Stromausfall)400–900 €

Für eine Wohnung lautet die ehrliche Antwort meist: die ersten beiden Zeilen und sonst nichts. Für ein Haus mit eigener Heizung ist es billiger und erheblich sicherer, die Umwälzpumpe aus einem Batteriespeicher zu versorgen, als im Innenraum etwas zu verbrennen — die vorhandene Heizung läuft weiter, und es entstehen keine Abgase.

Drei Dinge für diese Woche

1. Klären Sie, ob Ihre Heizung ohne Netzstrom läuft. Bei nahezu allen Öl- und Gasanlagen lautet die Antwort nein, und das verändert die ganze Fragestellung.

2. Wenn Sie ein Verbrennungsheizgerät besitzen oder anschaffen wollen, bestellen Sie den Kohlenmonoxid-Melder im selben Einkauf. Nicht später.

3. Prüfen Sie, worin jede Person im Haushalt bei 12 °C Raumtemperatur schlafen würde. Lautet die Antwort „Sommerdecke", ist das die günstigste Lücke auf dieser Seite.

Quellen. Deutschland: BBK, Stromausfall und Vorsorgen für Krisen und Katastrophen, 2025. Österreich: oesterreich.gv.at, Verhalten bei Blackout und der Ratgeber des Zivilschutzverbands. Die Schweiz veröffentlicht für Haushalte weder Hinweise zum Heizen noch zu Kohlenmonoxid; geprüft bei BWL und Alertswiss. Stand: 31. Oktober 2026.

Analyse starten