Stromausfall
Was tatsächlich ausfällt, was Sie besitzen sollten und der Fehler, der jeden Winter Menschen das Leben kostet.
Ein Blackout ist nicht Dunkelheit. Die Dunkelheit ist der einfache Teil. Aus geht die Heizung — Pumpe und Regelung einer Öl- oder Gasheizung laufen mit Strom —, dazu der Wasserdruck oberhalb des zweiten Stocks, das Kartenzahlen, die Zapfsäule, der Aufzug und binnen weniger Stunden das Mobilfunknetz, sobald die Batterien der Sendemasten leer sind.
In keinem anderen Bereich unterscheiden sich die drei Länder so stark darin, wie viel sie überhaupt sagen. Deutschland hat 2026 die vierte Auflage seiner Blackout-Broschüre veröffentlicht, samt Lagermengen für Kraftstoff und Umschalteinrichtungen. Österreich deckt die Grundlagen ab und warnt vor den Kosten. Die Schweiz veröffentlicht für Haushalte überhaupt nichts zur Notstromversorgung — ihre Unterlagen sprechen von Rechenzentren, Banken und Spitälern. Diese Lücke haben wir überprüft; sie ist kein Versehen unsererseits, und sie bedeutet nicht, dass es niemand braucht.
Zuerst Information, nicht Licht
Alle drei Länder setzen denselben Gegenstand an die erste Stelle, und es ist keine Taschenlampe. Es ist ein Batterie- oder Kurbelradio. Bei längeren Ausfällen fällt das Mobilfunknetz vor dem Rundfunknetz aus, und über das Radio erreichen Sie die Anweisungen.
Österreich nennt den Kanal beim Namen: Das ORF-Notfallradio sendet bei einem Blackout rund um die Uhr. Die Schweiz verlangt DAB+- und UKW-Empfang, angebunden an das bundeseigene Notfallradiosystem — mit dem Hinweis, dass jedes dort verkaufte DAB+-Gerät auch UKW empfängt. Das Autoradio funktioniert in allen drei Ländern als Rückfallebene.
Dann das Licht. Taschenlampen mit Ersatzbatterien, LED-Laternen, Stirnlampen. Österreich hält ausdrücklich fest, dass Batterie- und Kurbellampen die sicherere Wahl sind und offenes Feuer eine Brandgefahr darstellt. Kerzen sind die Rückfallebene der Rückfallebene, nicht der Plan.
Die Uhr für Kühl- und Gefrierschrank
Nur die Schweiz veröffentlicht klare Zahlen: Kühlschrank nach sechs Stunden ohne Strom ausräumen, Gefrierschrank nach 24 Stunden. Der eidgenössische Notfallplan nennt eine weitere Spanne von zehn Stunden bis drei Tagen, je nach Gerät und Außentemperatur. In jedem Fall gilt dieselbe und ausnahmslose Anweisung: Aufgetautes nie wieder einfrieren.
Bargeld
Kartenterminals und Bankomaten brauchen beide Strom und Netz. Die Schweiz nennt das konkreteste Ziel: so viel Kleingeld und kleine Scheine, dass Sie einen Wocheneinkauf und eine Tankfüllung bar bezahlen können — und den Tank stets mindestens halb voll halten. Es kostet nichts, das vorzuhalten, und es ist der am häufigsten übersprungene Punkt jeder Liste.
Aggregate und Batteriespeicher — die ehrliche Fassung
Die deutsche Broschüre von 2026 ist das einzige amtliche Dokument der drei, das dieses Thema ernsthaft behandelt, und die erste Regel ist die wichtigste.
Ein Verbrennungsaggregat darf niemals in Innenräumen betrieben werden. Nicht in der Garage, nicht im Keller, nicht im Türrahmen. Die Abgase führen zum Ersticken. Nötig ist ein gut belüfteter, trockener Aufstellungsort im Freien. Das ist der Fehler, der jeden Winter Menschen das Leben kostet, und deshalb steht er hier vor jeder technischen Angabe.
Die übrigen deutschen Regeln in Kürze: Die Lagerung im Keller ist auf rund 10 kg Benzin oder 20 kg Diesel in geeigneten Kanistern begrenzt, und Gas darf im Keller gar nicht gelagert werden. Die Einspeisung in die Hausinstallation ist keine Heimwerkerarbeit: Sie verlangt einen Elektrofachbetrieb, eine manuelle oder automatische Umschalteinrichtung, eine Entscheidung zwischen 230 V und 400 V sowie die Information von Netzbetreiber und Lieferant — und des Vermieters, wenn Sie im Mehrfamilienhaus wohnen.
Batteriespeicher kommen ebenfalls vor, wenn auch unter anderem Namen. Deutschland beschreibt sie als Kurzzeitenergiespeicher mit Wechselrichter, nennt als maßgebliche Kenngrößen Leistung und Kapazität und macht den Punkt, den die meisten Besitzer vergessen: Sie entladen sich selbst und müssen deshalb planmäßig geprüft und nachgeladen werden, sonst sind sie im Ernstfall leer. Komplettgeräte mit 5-V-USB- oder 230-V-Ausgang werden ausdrücklich genannt.
Und das Detail, über das die meisten stolpern: Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach liefert bei einem Stromausfall nichts, sofern sie nicht eigens dafür ausgelegt wurde. Die deutsche Formulierung lautet, die Anlage „muss hierfür ausgelegt sein" — also inselfähig sein. Eine normale netzgekoppelte Anlage schaltet sich mit dem Netz ab, konstruktionsbedingt, zum Schutz der Monteure. Wer Module auf dem Dach hat und sich darauf verlässt, sollte das klären, bevor es darauf ankommt.
Ehrlich dimensionieren
| Was weiterlaufen soll | Was dafür nötig ist | Ungefähre Kosten |
|---|---|---|
| Telefone, Lampen, ein Radio | Powerbank ab 20.000 mAh | 25–60 € |
| Laptop, Licht, Router, Kühlschrank für einige Stunden | Batteriespeicher, 500–1.000 Wh | 400–900 € |
| Kühl- und Gefrierschrank durchgehend, über Tage | Speicher ab 2.000 Wh mit Solarmodul | 1.500–3.000 € |
| Heizungspumpe und die ganze Wohnung | Aggregat samt Elektriker und Umschaltung | 1.200–4.000 € installiert |
Die österreichische Einschätzung zu Aggregaten verdient es, wiederholt zu werden, weil sie für ein amtliches Dokument ungewöhnlich offen ist: Sie seien „kostspielig und nicht für jeden Haushalt geeignet". Für eine Wohnung lautet die ehrliche Antwort meist Powerbank und Batteriespeicher, nicht Aggregat. Bei einem Haus mit eigener Heizung sieht die Rechnung anders aus: Eine Umwälzpumpe mit 50 Watt ist das, was zwischen einer funktionierenden Heizung und einem kalten Haus steht — und das ist eine sehr kleine Last.
Drei Dinge für diese Woche
1. Kaufen Sie ein Batterie- oder Kurbelradio und legen Sie die Batterien daneben, nicht hinein. Alles andere in diesem Bereich ist optional, dieses nicht.
2. Legen Sie 200 bis 300 € in kleinen Scheinen an einen Ort in der Wohnung, der nicht Ihre Geldbörse ist.
3. Wenn Sie eine PV-Anlage haben, klären Sie heute, ob sie bei Netzausfall etwas liefert. Die meisten irren sich darin, und die Antwort entscheidet über alles Weitere, das Sie kaufen sollten.
Quellen. Deutschland: BBK, Stromausfall sowie die Broschüre Stromausfall — Vorsorge und Selbsthilfe, 4. Auflage, 2026. Österreich: oesterreich.gv.at, Verhalten bei Blackout. Schweiz: BWL, Kluger Rat — Notvorrat und der Notfallplan von Alertswiss. Stand der Zahlen: 31. Oktober 2026.